Entwicklung von Rich Internet Applications

Als Rich Internet Applications (RIA) bezeichnet man Anwendungen, die über eine "reichhaltige" Benutzeroberfläche verfügen und mit dem Internet kommunizieren. "Reichhaltige" Benutzeroberflächen zeichnen sich dadurch aus, dass sie zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten bieten. Meist findet eine Kommunikation mehrerer Anwendungen über das Internet statt, oder die Rich Internet Applications werden wenigstens über das Internet ausgeliefert. Eine verbindliche feste Definition für diesen Begriff gibt es bislang allerdings nicht.

Typische Beispiele für Rich Internet Applications sind meist Konfigurator genannte Anwendungen in Internet-Shops. Dort lassen sich z.B. Computer oder Autos individuell konfigurieren, während der Preis in Echtzeit entsprechend der Auswahl von Komponenten angepasst wird. Die im Internet verfügbaren Kartendienste wie Google Maps sind ebenfalls Rich Internet Applications.

Es haben sich eine Reihe von Werkzeugen etabliert, die zur Erstellung von Rich Internet Applications verwendet werden. Sie basieren meist auf Flash oder DHTML. Für die Anzeige von Flash-Anwendungen benötigt der Client-PC ein Plugin. Flash-Anwendungen werden in der Sprache ActionScript erstellt und lassen die Anzeige und Manipulation von Grafiken und Videoclips zu sowie die Interaktion mit dem Benutzer über Tastatur, Maus, Kamera oder Mikrofon. Verwendbare Frameworks zur Erstellung solcher Anwendungen sind z.B. JavaFX oder Silverlight, Apache Wicket oder das Google Web Toolkit (GWT).

JavaFX bietet den Vorteil der Anbindung an alle verfügbaren Java-Klassenbibliotheken. Es fördert die Trennung von Benutzeroberfläche und Funktionen. Die Oberfläche lässt sich mit Hilfe von CSS (Cascading Style Sheets) gestalten. Verteilt werden die Anwendungen meist mit Java Web Start, so wird bei Aktualisierung der Software Bandbreite gespart, weil nur veränderte Komponenten neu zu laden sind.


Proprietäre Technologien - Zukunft gehört HTML 5

Silverlight (von Microsoft) ist ein proprietäres System, das als entwickelte Software im Intranet und Internet für den Webbrowser installiert wird. Es basiert auf der XML-Erweiterung XAML (eXtensible Application Markup Language), Herzstück ist eine JavaScript-API, die in JavaScript, Python oder Ruby programmiert werden kann.

Apache Wicket basiert ebenfalls auf Java. Für gängige Entwicklungsumgebungen wie Eclipse oder NetBeans sind entsprechende Plugins erhältlich. Neben Java braucht der Entwickler nur Kenntnisse in HTML und bei Bedarf CSS. Rich Internet Applications lassen sich wie in Java üblich in jar-Dateien verpacken und effizient verteilen. Durch die Trennung von Darstellung und Logik wird eine hohe Wiederverwendbarkeit erreicht.

Das Google Web Toolkit (GWT) ist ein Java-to-JavaScript-Compiler. In der Entwicklungsumgebung lässt sich nahezu die gesamte Anwendung in Java erstellen. GWT stellt eine Reihe von Werkzeugen bereit wie u.a. einen XML-Parser, die Integration von JUnit für Tests oder einen internen Anwendungsserver, wahlweise Tomcat oder Jetty. Zahlreiche Widgets zur Gestaltung der Benutzeroberfläche können aus Katalogen gewählt werden.

Weiterführende Infos zu Rich Internet Applications

Mobiler ZugangDie Bedienung der Anwendung erfolgt über einen Webbrowser. So können sich die Benutzer von jedem Endgerät mit Internetzugang anmelden.

Intuitive Werkzeuge ermöglichen eine schnelle und einfache Datenpflege und erleichtern die Akzeptanz der Software im Team.

Reporting-Engine zum Verwalten, Sortieren, Filtern und Aggregieren verknüpfter Daten (z.B. Gesamt-Aboumsatz nach Geschlecht in bestimmtem Zeitraum). Fertig ''zusammengeklickte'' Ansichten lassen sich als Templates speichern und anschließend jederzeit wieder laden.